Mit einem Drittel der Gesamtfläche, die mit Reben bepflanzt ist, und einer jährlichen Produktion von 50 Millionen Liter ist das Wallis der bedeutendste Schweizer Weinbaukanton. Aber gemessen an anderen weltberühmten Weinbaugegenden, wie etwa dem Bordelais mit seinen 100’000 Hektar oder auch dem Beaujolais mit seinen 17’000 Hektar nehmen sich die 5’200 Hektar Rebfläche des Wallis eher bescheiden aus. In den verschiedenen, beiderseits der Rhone liegenden Weinbaugemeinden legt man je nach Bodenbeschaffenheit, Höhenlage und Lage der Rebberge vor allem Wert auf die Abstimmung zwischen Boden und Rebsorte. Dieser Übereinstimmung kommt eine wichtige Bedeutung zu, wenn man bedenkt, dass im Wallis über fünfzig Rebsorten gedeihen. Wenn auch diese Anzahl Aufschluss über das große Potential der Walliser Terroirs gibt, so muss sie doch etwas relativiert werden . Denn tatsächlich nehmen vor allem drei Rebsorten 85 Prozent der Rebfläche ein (Pinot Noir, Chasselas, Gamay). Allerdings besteht eine Tendenz zu einem immer größeren Anteil an autochthonen (einheimischen) Rebsorten wie Humagne Rouge, Petite Arvine, Amigne und erfolgreich im Wallis eingeführten Sorten wie Marsanne Blanche oder Syrah.
Da die Ursprungsbezeichnung Valais für den ganzen Kanton Gültigkeit hat, kommt die Mehrheit der Weine mit der Angabe der Sorte, dem Vermerk “Valais AOC” und der Angabe des Produzenten in den Handel. Aber je nach der Bedeutung, die das Terroir einer Weinbaugemeinde für eine bestimmte Rebsorte besitzt, wird auf der Etikette gewisser Weine auch diese, sowie der Name des Produktionsortes aufgeführt. So zum Beispiel beim Pinot Noir in Sierre (Siders) und Salquenen (Salgesch), beim Fendant in Sion (Sitten) und Saint Léonard, beim Chardonnay in Conthey, bei der Amigne in Vétroz, beim Johannisberg in Chamoson und beim Humagne Rouge in Leytron, oder auch beim Gamay in Fully.
Das Rebland ist im Wallis sehr zerstückelt. In der Tat teilen sich mehr als 21’000 Besitzer die Rebberge. Diese Zahlen könnten täuschen, wenn man nicht wüsste, dass nur 250 Domänen über mehr als zwei Hektar verfügen. in Wirklichkeit zeugt diese Situation von der starken Verbundenheit der Walliser Familien mit ihren Reben, die oft seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben wurden.
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